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BNE in der Bildungspraxis -

eine Fortbildungsreihe für Pädagog*innen und Referent*innen

Verbundprojekt mit dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft

Projektbeschreibung

Umsetzungsstrategie

Zur Umsetzung dieser Ziele sieht das Projekt sechs zweieinhalbtägige Workshops zu verschieden Nachhaltigkeitszielen vor, die jeweils einmal jährlich durchgeführt werden (also insgesamt 12 Workshops bei zweijähriger Laufzeit). Beide Verbundpartner konzipieren jeweils drei dieser Workshps und sind jeweils für die Organsiation und Durchführung verantwortlich. Alle Workshops finden im Bildungshaus Bad Nauheim statt.

Das vorliegend beantragte Projekt weist zwei Bezüge zum Workshop „Klima, Umwelt und soziale Nachhaltigkeit – Fakten, Verhalten und Vermittlung“ des aktuellen Projekts im Rahmen des Weiterbildungspakts II „Demokratische Teilhabe stärken. Eine modulare Fortbildungsreihe zur Entwicklung gesellschaftlicher Verantwortung“ des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (im Verbund mit der Akademie Burg Fürsteneck) auf: Zum einen wurde der Bedarf nach Schulungsinhalten der Bildung für nachhaltige Entwicklung sichtbar (sowohl Referenten als auch Teilnehmende gaben dies als Rückmeldung). Zum anderen sollen die im Folgenden vorgestellten Workshops – analog zum genannten Workshop des aktuellen Projekts – die folgenden vier Phasen aufweisen[1] (diese vier Phasen stellen also lediglich eine bewährte Richtschnurr zur strukturellen Konzeption der einzelnen Workshops dar und und stehen in keinem sonstigen Verhältnis zu den Projektelementen, Handlungsfeldern etc.):

In Phase 1 wird den Teilnehmenden eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen geben. Hierzu werden die geschichtliche Entwicklung bis hin zur Gegenwart beleuchtet, Fakten vermittelt und Hintergründe besprochen, sodass die Teilnehmenden eine Übersicht und neue Klarheit bei der Betrachtung der Themenfelder erhalten.

In Phase 2 wird die gesellschaftspolitische Ebene der Thematik erörtert. Durch Reflexion ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte erweitert die Fortbildungsreihe Horizont und Blick der Teilnehmenden auf die ausgewählten Handlungsfelder der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Nachdem in Phase 1 und 2 in großen Maßstäben gedacht wurde, soll sich in Phase 3 der individuellen Ebene gewidmet werden. Aufgrund der Tatsache, dass sich gesellschaftliche Entwicklungen über viele Jahrzehnte erstrecken und in kompliziertem Zusammenhang vieler Individuen und Organisationen stehen, erscheinen sie oft schwer greifbar. Dieser Umstand führt mitunter zu einem Gefühl der Überforderung, Ohnmacht und schließlich zu Ignoranz der gesamten Problematik. Aus diesem Grund ist es wichtig, aus den allgemeinen Reflexionen nun konkrete Handlungsfelder sowie randscharfe Haltungen für sich selbst und den Arbeitskontext abzuleiten.

In der abschließenden Phase 4 soll sich der Fokus der Workshops auf die pädagogische und soziale Arbeit richten: Wie kann zunächst ein Nachhaltigkeitsbewusstsein und schließlich Nachhaltigkeitsverantwortung bei der Klientel der Teilnehmenden hervorgerufen werden? Welche methodischen Möglichkeiten gibt es, um (jungen) Menschen die Aspekte von nachhaltiger Entwicklung näherzubringen? Wie verhindert man Überforderung und Resignation und fördert stattdessen Reflexion, Haltung und Konstruktivität? Wie begegnet man Verzerrungen der Faktenlage und gewinnt Sicherheit im Umgang mit den Nachhaltigkeitszielen entgegengerichteten Ansichten und Verhaltensweisen? Und auf welche Weise platziert man das Thema innerhalb der eigenen Organisation? Die offene Besprechung dieser und weiterer Fragen sowie die gemeinsame Entwicklung konkreter Ansätze sollen die Workshops abrunden.

Mit der konstruktiven und handlungsorientierten Herangehensweise der Fortbildungen ist unter anderem beabsichtigt, dass die Teilnehmenden nicht bedrückt und ideenlos, sondern gestärkt mit neuen Einsichten und Impulsen in den beruflichen wie privaten Alltag zurückkehren.

 

Die sechs Handlungsfelder in Bezug zu den Nachhaltigkeitsziele 3, 5, 8, 12, 13-15 und 16 sind wie folgt unter den Verbundpartnern ausfgeteilt:

 

BWHW:

„Gesundheit“ (Nachhaltigkeitsziel 3: Gesundheit und Wohlergehen)

„Geschlechtergleichheit“ (Nachhaltigkeitsziel 5: Geschlechter-Gleichstellung)

„Frieden“ (Nachhaltigkeitsziel 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen)

 

DGB BW:

„Konsum“ (Nachhaltigkeitsziel 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster)

„Klima- und Umweltschutz“ (Nachhaltigkeitsziele 13, 14 und 15: Maßnahmen zum Klimaschutz, Leben unter Wasser, Leben an Land)

„Menschenwürdige Arbeit“ (Nachhaltigkeitsziel 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum)

Die geplanten Inhalte der Veranstaltungen des DGB Bildungswerk Hessen e.V. werden im Folgenden aufgelistet.

 

Workshop zum Handlungsfeld „Nachhaltiges Wirtschaften und menschenwürdige Arbeit“

  • Wandel des Verständnisses von Arbeit im historischen Kontext
  • Kriterien für menschenwürdige Arbeit in Deutschland anhand der DGB-Index „Gute Arbeit“ und im internationalen Vergleich
  • Zusammenhänge von Produktion und Konsum mit dem Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte erkennen
  • Hinterfragen verschiedener Definitionen von Wohlstand
  • Transformation der Arbeitswelt und Zukunftsperspektiven
  • Entkoppelung des Wirtschaftswachstums und der Umweltzerstörung
  • Erhöhung der Produktivität, die Verbesserung der Ressourceneffizienz, die Erreichung produktiver Vollbeschäftigung, menschenwürdiger Arbeit und gerechter Bezahlung sowie die Förderung entwicklungsorientierter Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft
  • Perspektiven entwickeln, um gute Arbeit für alle zu ermöglichen
  • Reflexion der eigenen Haltung und Erkundung von Handlungsfeldern
  • Transfer für die pädagogische und soziale Arbeit durch die gemeinsame Entwicklung konkreter Bildungsansätze

 

Workshop zum Handlungsfeld „Nachhaltiger Konsum“

  • steigender Ressourcenverbrauch durch weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt
  • nachhaltige Gestaltung des Rohstoffverbrauchs
  • Umgang mit knappen Ressourcen
  • Wie können wir die steigende Tendenz des weltweites Konsums an materiellen Gütern stoppen?
  • Notwendiger Wandel unserer Produktions- und Konsumpraktiken
  • Entwicklung von einer „Wegwerf-Kultur“ und hin zu einer Kreislaufwirtschaft, in der weniger verschwendet und mehr wiederverwendet und recycelt wird
  • Verständnis der komplexen Zusammenhänge von ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit an Beispielen wie der Energiewende, Ressourcenknappheit  oder dem Konsum westlicher Gesellschaften
  • Förderung individueller Entwicklung von Umweltverantwortung durch Reflexion der eigenen Haltung und Erkundung von Handlungsfeldern
  • Transfer für die pädagogische und soziale Arbeit durch die gemeinsame Entwicklung konkreter Bildungsansätze, die Erprobung verschiedener Methoden und durch die Bearbeitung von Fragen aus der Praxis der Teilnehmenden

 

Workshop  zum Handlungsfeld „Klima- und Umweltschutz“

  • Zusammenhänge von Erderwärmung und CO2-Gehalt Anstieg
  • Bewusstsein schaffen für die Folgen, wenn nicht konsequent gehandelt wird
  • globales Wohlstandsverständnis, das über die verengte Betrachtung von Pro-Kopf-Einkommen hinausreicht
  • konkrete Ideen zur Unterstützung einer weltweiten Trendwende auf verschiedenen Handlungsebenen entwickeln
  • Naturkatastrophen und daraus resultierende globale Fluchtbewegungen
  • Begrenzung des globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius und globale Treibhausgas-Neutralität zur Jahrhundertmitte erreichen
  • saubere und erschwingliche Energie
  • Notwendigkeit des Schutzes der Ozeane und weltweiten Wasservorkommen
  • Schutz der Ökosysteme, nachhaltige Nutzung der Wälder, Wüstenbildung bekämpfen
  • Verlust der Artenvielfalt
  • Beispiele gelungener Mobilisierung privaten Engagements für Klima- und Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung

 

Eine detaillierte Ausgestaltung der Workshops ist innerhalb der Projektlaufzeit vorgesehen.

Zu Beginn des Jahres 2024 werden die Verbundpartner bei einem ersten Verbundpartnertreffen in Austausch zur inhaltlich-konzeptionellen Ausgestaltung der Workshops sowie zur gemeinsamen und individuellen Öffentlichkeitsarbeit gehen. Es ist geplant, jährlich einen gemeinsamen digitalen Programmflyer zu entwickeln, der einen Überblick über die Maßnahme sowie inhaltliche und organisatorische Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen beinhaltet (für die grafische Gestaltung ist das BWHW zuständig).

Dieser Programmflyer wird auf den Internetseiten der beiden Projektpartner veröffentlicht. Darüber hinaus wird der Flyer über die Freien Träger, den Hessichen Volkshochschulverband, Weiterbildung Hessen und weitere Kontakte und Kooperationen der beiden Projektpartner verbreitet, um potenzielle Teilnehmende zu gewinnen.

Zwei weitere Verbundpartnertreffen sind für Herbst 2024 und Herbst 2025 geplant bei denen die bisherigen Projekterfahrungen besprochen und reflektiert sowie konkrete Absprachen zur Durchführung der Abschlussveranstaltung getroffen werden (für die Durchführung der Verbundpartnertreffen ist das DGB BW zuständig).

Nach jeder Workshopdurchführung erfolgt eine Auswertung mittels Feedbackbögen, die sowohl von den Teilnehmenden als auch von den Referenten*innen ausgefüllt werden  (um eine alle Workshops des Verbundprojekts umfassende und damit ganzheitliche Auswertung zu ermöglichen, werden einheitliche Feedbackbögen verwendet, das BWHW wird diese bereitstellen). Zudem werden nach jedem Workshop Auswertungsgespräche mit den Referent*innen geführt. Auf dieser Grundlage werden am Ende des ersten Projektjahres das bestehende Curriculum gemeinsam mit dem Verbundpartner analysiert und etwaige Anpassungen für das Folgejahr vorgenommen. Diese Absprachen erfolgen je nach Bedarf telefonisch, per Mail oder virtuell. Erst nach dieser Analyse und etwaiger Änderungen wird der Programmflyer für das zweite Projektjahr erstellt. Zusätzlich zu diesen festen Terminen stehen die Verantwortlichen der Verbundpartner je nach Bedarf über die gesamte Projektlaufzeit telefonisch oder per Mail in Kontakt.

An jedem der Workshops können bis zu 15 Personen teilnehmen. Die Veranstaltungen können aufeinander aufbauend oder einzeln gebucht werden und finden von Montag bis Mittwoch oder von Mittwoch bis Freitag statt. Auf diese Weise kann die Teilnahme flexibel innerhalb der zwei Förderjahre erfolgen. Die einzelnen Workshops werden mit einer Teilnahmebestätigung abgeschlossen, bei Teilnahme an allen sechs Workshops wird eine zusätzliche Gesamtbescheinigung ausgestellt. Um die Qualität der Fortbildungen zu sichern, werden die Workshops von Fachreferent*innen inhaltlich mitgestaltet und umgesetzt. Unser Leiter Uli Wessely steht diesen bezüglich der inhaltlichen Neukonzeption, Vorbereitung und Umsetzung unterstützend zur Verfügung (siehe hierzu auch Finanzierungsplan).

Das Curriculum in Form der sechs Workshopbeschreibungen wird als PDF-Datei auf den Homepages der Freien Träger sowie des DGB Bildungswerk Hessen e.V. mit Beendigung des Projekts für Interessierte abrufbar sein.

Neben den oben beschriebenen Workshops sieht das Projekt ein zweites Produkt vor: Zu jedem der sechs Themen werden „Learning Nuggets“ in Form kurzer Videos prodiziert. Diese können von den Teilnehmenden einerseits zur Auffrischung und so zur langfristigen Verinnerlichung des Erlernten und andererseits in der Arbeitspraxis mit der eigenen Klientel (bspw. als Einstieg in das jeweilige Thema) genutzt werden. Um die Reichweite und Wirksamkeit des Projekts zu erhöhen, sollen die Videos zudem auf der Homepage der Freien Träger sowie der des HESSENCAMPUS Mittelhessen hochgeladen werden. Die Erstellung der „Learning Nuggets“ erfolgt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Referent*innen. Hierbei fällt dem BWHW die Verantwortung für die technische Leitung sowie strukturelle Konzeption der Videos zu (Länge des Videos, Kameraeinstellungen, Lokation, ggf. Musikunterlegung etc.). In Absprache mit dem Projektverantwortlichen des BWHW füllen die Referent*innen diese Vorgaben dann mit fachlichem Inhalt, indem sie Modelle oder zusammengefasste Inhalte der jeweiligen Workshops vor der Kamera präsentieren.

Der Verbundaspekt des Projekts besteht durch die Nutzung von Synergieeffekten einerseits und durch gemeinsame Aktivitäten andererseits. Synergieeffekte ergeben sich vor allem durch den gegenseitigen Netzwerkzugriff bezüglich der Bewerbung (siehe oben) und den direkten Erfahrungsaustausch in Bezug auf thematische Konzeption und Durchführung von Workshops. Auch bei der Aquise passender Referen*tinnen unterstützen sich die Verbundpartner gegenseitig. Gemeinsame Aktivitäten betreffen insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit, die Analyse von Feedbackbögen sowie die Absprache des Curriculums. Große Teile der Organisation werden damit von beiden Verbundpartnern getragen.

Um die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts der Fortbildungslandschaft sowie der interessierten Fachöffentlichkeit vorzustellen, ist - zusätzlich zu der Veröffentlichung der „Learning Nuggets“ - eine Abschlussveranstaltung geplant, auf der Inhalte und Erfahrungen des Projekts vorgestellt werden. Für die Organisation und Durchführung der Abschlussveranstaltung ist (in inhaltlicher Zusammenarbeit mit dem Verbundpartner) das DGB Bildungswerk Hessen e.V. zuständig.



[1] Siehe Projektantrag „Demokratische Teilhabe stärken. Eine modulare Fortbildungsreihe zur Entwicklung gesellschaftlicher Verantwortung“  in der Fassung vom 29.10.2020, Aktenzeichen: AZ 394.100.040-00081, Seite 9-10

 

Ausgangslage

Bedarf

Zielgruppe

Ziele

 

Gefördert aus Mitteln des Landes Hessen im Rahmen des Weiterbildungspakts 2021 - 2025